Liebe Friedensfreundinnen, liebe Friedensfreunde,
wir blicken auf ein Jahr zurück, das im Protest gegen den Gaza-Krieg Hunderttausende auf die Straßen brachte. Gestärkt wurde die Friedensbewegung zudem durch die Demonstrationen am 3. Oktober in Berlin und Stuttgart und, was hoffungsvoll stimmt, durch den Streik- und Protesttag von Schülerinnen und Schülern gegen die Wehrpflicht am 5. Dezember mit 55.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Dies sind wichtige Erfahrungen, auf die wir im vor uns liegenden Jahr aufbauen können. 2026 wird noch herausfordernder als 2025, die Fragestellungen noch drängender, die Verabredungen noch notwendiger.
Die Vielzahl der Anforderungen und die Brisanz der Entwicklungen verlangen nach Beratung, strategischen Festlegungen und Aktionen. Deshalb hatte die Initiative ‚Nie wieder Krieg – Die Waffen nieder‘ für den 1. Februar 2026 zu einer Strategie- und Aktionsberatung eingeladen. Über 800 Aktive aus allen Teilen der Friedensbewegung bekundeten daran ihr Interesse in dem sie sich über die Zoom-Technik anmeldeten. Wie schon bei vergangenen Beratungen können sie damit sicher sein über alles betreff der Beratung informiert zu werden. Über 360 Aktive nahmen dann direkt an dieser Beratung teil. Die Zahlen verdeutlichen, dass es ein großes Interesse daran gibt sich auszutauschen, aber auch zu Verabredungen betreff der weiteren Arbeit zu kommen.
Nachfolgend erhaltet ihr verschiedene Berichte von dieser Beratung. Einen Filmbericht, der alle Impulsreferate dokumentiert. Die nachfolgende Diskussion, in der sich 36 Friedenfreunde zu Wort meldeten, wurde von einem Redaktionsteam unserer Initiative ausgewertet. Das Ergebnis sind acht Schrift-Folien, die wir ebenfalls in den Filmbericht ab Minute 58:39 integriert haben. Ihr könnt diesen zusammenfassenden Text zum Verlauf der Debatte aber auch hier weiter unten auf der Webseite lesen. Ebenfalls findet ihr weiter unten vielfältige Hinweise durch Teilnehmende zu informativen Seiten und Info-Quellen, die sie im Chat hinterlassen hatten. Sofern bereits vorliegend, sind als PDF-Dateien auch die Impulsreferate in schriftlichen Form hier verlinkt. Die Schlussbemerkungen zur Debatte während der Beratunng findet ihr wiederum im Filmbericht. Ebenfalls verweisen wir euch noch mal auf unser Diskussionspapier, was wir vor dieser Beratung veröffentlicht hatten.
Filmbericht von der Aktions- und Strategieberatung am 1.2.2026
Bevor ihr euch den Film anschaut, dazu ein kleiner technischer Hinweis: Die zu Beginn des Films integrierten drei Schriftfolien und die acht Folien ab Minute 58:39 in denen der Verlauf der Debatte und Diskussion zusammengefasst wird, laufen meist jeweils 1 Minute. Wenn ihr schneller beim lesen seid, werdet also nicht ungeduldig. Der Film läuft auch dann weiter …
Der Film ist wie folgt gegliedert:
0:00:00 Intro zu unserer Beratung: Bild und 3 Schriftfolien
0:02:17 Einleitende Moderation durch Wiebke Diehl und Jutta Kausch-Henken
0:07:05 Impulsreferat von Lühr Henken (Initiative ‚Nie wieder Krieg‘, Friedensanalytiker)
0:14:32 Impulsreferat von Ralf Krämer (Initiative ‚Nie wieder Krieg‘, Gewerkschaftssekretär)
0:26:50 Beitrag von Ute Rippel-Lau (IPPNW, Ärztin)
0:35:18 Beitrag von Joachim Guilliard (Friedensvernetzung Süd-West)
0:44:05 Beitrag von Phil Werring (Schulstreik gegen Wehrpflicht)
0:50:10 Beitrag von Dr. Jörn Riecken (IG Bau Agrar Umwelt)
0:58:39 Protokoll / Wiedergabe der Themen und Vorschläge in der Diskussion – 8 Text-Folien
1:06:30 Schlussrunde / abschließende Bemerkungen von Lühr Henken und Ralf Krämer
1:17:23 Abschluss mit weiteren Hinweisen
Impulsreferate während unserer Beratung
So weit uns die Impulsbeiträge zu Beginn unserer Beratung bereits in schriftlicher Form vorliegen, findet ihr sie hier ebenfalls als PDF-Dateien:
Diskussionspapier zur Aktions- und Strategiedebatte im Vorfeld der Beratung
Unter dem Titel ‚ZUR STRATEGIE DER FRIEDENSBEWEGUNG IN DEUTSCHLAND 2026‘ hatte unsere Initiative im Vorfeld der Beratung ein Diskussionspapier veröffentlicht. Dieses findet ihr hier:
Diskussionspapier zur Strategie- und Aktionsperspektive
Zusammenfassung der Diskussion während unserer Beratung
Die nachfolgende Zusammenfassung der Diskussionsphase während der Beratung wurde durch ein Redaktionsteam erarbeitet.
Die Strategieberatung, zu der die Initiative „Nie wieder Krieg – die Waffen nieder“ am 1.2.26 eingeladen hat, war ein sehr lebendiger, konstruktiver, solidarischer Austausch darüber, wie die Friedensbewegung gestärkt und effektiviert werden kann.
Es wurde bekräftigt, dass wir als Friedensbewegung die Menschen in ihrer direkten Betroffenheit erreichen müssen: Denn der Krieg wird hier stattfinden, hier wird das Schlachtfeld sein, ob nuklear oder konventionell. Die Militarisierung und die Hochrüstung werden zudem unweigerlich mit einem drastischen Sozialabbau und Demokratieverlust einhergehen.
Die Verbreiterung in weite Teile der Gesellschaft wurde als zwingend notwendig erachtet, der Versuch, Künstlerinnen und Künstler einzubeziehen, sehr begrüßt.
Um erfolgreich zu werden, bedarf es folgender Voraussetzungen:
- intensiver Austausch in der FB durch häufigere Zusammenkünfte
- effektives Agieren, indem sie die reale Betroffenheit der Menschen zu den Folgen von Hochrüstung und innerer Militarisierung zum Ausgangspunkt der Aktionen macht
- sich auf konsensuale Gemeinsamkeiten verständigen
- Notwendigkeit für regionale und auch breite zentrale Aktionen
- Synergien schaffen zwischen Solidaritätsbewegung, sozialer Bewegungen, Friedensbewegung, internationale FB
- Intensivierung von Presse-, vor allem sozialer Medien-Arbeit
Schwerpunkte der Aufklärungs- und Aktionsarbeit:
Bedrohungslüge
- Die eigentliche Funktion, nämlich die Großmachtfantasien Deutschlands damit zu legitimieren, benennen
- Die NATO-Osterweiterung als reale Bedrohung Russlands benennen
- Austausch mit Russland propagieren
- Angst nehmen durch Handel, Kulturaustausch, Begegnungen 8./9.Mai nutzen: Angebote: Manifest von European Peace Project, Künstler gewinnen
- Unterstützung der Aktion zum 22..6. „Russland ist nicht unser Feind“
- IPPNW-Papier AG NordSüd: Resolution zur Abkehr vom Feindbild Russland – auf der NWK-Seite
Wehrpflicht
- Praktische Unterstützung bei der Mobilisierung und Durchführung von Schulstreiks und Widerstandsaktionen der jungen Generation
- Vernetzung realisieren zwischen Jung und Alt, Friedensgruppen und Schülerstreikkomitees
Militarisierung der Gesellschaft
- Drastische Einschnitte, die diese mit sich führt – z.B. In Krankenhäusern – Versorgungsengpässe für die Bevölkerung in Schulen und Bildungseinrichtungen – Verlust des kritischen analytischen Denkens – im Rückbau von Kasernen statt Sozialbauwohnungen
Stationierung Mittelstreckenwaffen
- Dezentrale Aktionen in Wiesbaden, Grafenwöhr und anderen Orten am 30.5.
- Öffentlichkeitsarbeit intensivieren
Hochrüstung und Sozialabbau
- Gewerkschaftliche Arbeit forcieren:
- Austausch innerhalb der Gewerkschaften, Gewerkschaftliches Netzwerk Peacenet nutzen. Erste Erfolge sind sichtbar: (z.B. GEW-Hauptvorstandsbeschluss vom November: gegen die Wehrpflicht und gegen alle Ersatzdienste, GEW bundesweit: Gegen die Stationierung der Mittelstreckenraketen, gegen die Militarisierung von Bildung an Hochschule und Schule und das Auftreten der Bundeswehr, und für Zivilklauseln, gegen die Aufrüstung und gegen den damit verbundenen Sozialabbau.)
- Widerstand in den Gewerkschaften muss sich gegen Rüstungsproduktion wenden
- Einwirken der Friedensaktivisten in die Gewerkschaften, Teilnahme an Aktionen gegen Sozialabbau
Auslauf Start und atomare Aufrüstung
- Gefahr einer Verdoppelung der atomaren Sprengköpfe
- Der bereits von einigen deutschen Politikern angedeutete Wunsch einer atomaren Bewaffnung Deutschlands ist ein Bruch des 2-plus-4-Vertrags
- Mayors for Peace als Partner lokaler Inis nutzen
Völkerrecht/UN-Charta
- In den Mittelpunkt stellen, Bruch benennen (auch in Bezug auf den Ukrainekrieg)
Internationale Zusammenarbeit
- Vernetzung in Europa
- Internationale Friedenskonferenz Okt. 25 in Paris, nächste Juni 26 in London
- Entwicklung einer Vision eines neuen Europa, das sich ans Völkerrecht bindet
- NATO als Relikt der USA überwinden
- DREXIT
Weitere Einzelanregungen:
- ein gemeinsames verbindendes bildliches Element oder/und gemeinsamen Slogan für die FB zu schaffen.
- Für die europäische Bürgerinitiative zur Aussetzung des Assoziierungsabkommens zwischen EU und Israel zu werben
- Datenbank erstellen mit Texten, Flyern, Aufrufen zum Nachdrucken oder Muster für kleinere Gruppen
- Idee von „Sicherheit neu denken“, eine Initiative zu gründen, die Druck auf Medien ausüben soll, damit „Friedenstauben in den Sendungen sitzen und nicht diejenigen, die Waffenlieferungen befördern“.
- Streik aller Töchter, Frauen und Menschen, die guten Willens sind am 9. März
- FB vergrößern, indem jeder immer einen neuen zu einer öffentlichen Aktion mitbringt
- Rundfunkräte durch Bürger:innen und rotierend besetzen, Volksentscheide
Angebote für Öffentlichkeitsarbeit
- „Bessere Welt Info“ Internetplattform Salzburg („Wikipedia der FB“)
- EVAL Dokumentation, eine Zusammenfassung von Krieg und Frieden mit Fakten, Bildern und Dokumenten
Antifaschismus – ein Grundbekenntnis der Friedensbewegung
- Zu klären ist: was versteht jeder einzelne darunter?
Ergänzungen im Chat während der Beratung am 1.2.2026
Während der Strategie- und Aktionsberatung nutzten Teilnehmende der Beratung die Möglichkeit sich im Chat-Raum auszutauschen. Bestandteil dessen war der vielfältige Hinweis auf unterschiedene Webseiten, in denen es viele weitere wichtige Informationen gibt. Das geben wir euch hier gebündelt weiter:
Friedenspolitische Aktionen und Kampagnen:
Vorbereitung der Anti-Raketen-Aktionen am 30. Mai in Wiesbaden und in Grafenwöhr:
https://friedensvernetzung-suedwest.de/2026-05-30_wiesbaden-und-grafenwoehr/
Vorbereitung der Aktionen zur Vorbereitung des 85. Jahrestages des Überfalls auf die Sowjetunion im Juni 2026:
https://russlandistnichtunserfeind.de
Aktionstag 9. Mai des EuropeanPeaceProjekts:
https://europeanpeaceproject.eu
Kampagne Raus aus der Nato:
Unterschriftensammlung für die Aussetzung des EU-Assoziierungsabkommens mit Israel:
https://citizens-initiative.europa.eu/initiatives/details/2025/000005_de
Kontakt zu Internationaler Friedenskonferenz und -Demonstration in London am 20./21.06.:
Aktivitäten der Kampagne FriedenJetzt!
Telegramm-Kanal: https://t.me/friedenjetzt
Mail-Kontakt: infos@zusammen-fuer-frieden-jetzt.de
Webseite: https://zusammen-fuer-frieden-jetzt.de
Kampagne zur Medienkritik:
Kampagne Ehrfurcht vor allem Leben:
Münchner Friedenskonferenz im Februar 2026:
https://Friedenskonferenz.info
Kampagne der Womens International League:
https://www.wilpf.org/move-the-money-toolkit/
Strategiedebatte in der Friedensbewegung:
Gedanken der DKP zur Strategie des Friedenskampfes:
https://uzshop.de/media/image/storage/opc/pdf/2026-DKP-Strategie-Friedenskampf.pdf
Sonderhefte des Verlags Marxistische Blätter:
https://www.marxistische-blaetter.de/de/topic/968.beilagen-der-marxistischen-bl%C3%A4tter.html
Initiative ‚Bessere Welt:
https://www.besserewelt.info/frieden
(Dort gibt es viele Unterseiten zu friedenspolitischen Themen, wie etwa zur Sicherheitskonferenz, zum Ukraine-Krieg, zum 5 Prozent Aufrüstungsziel, zu den Schulstreikaktionen, zu einzelnen Waffensystemen etc.)
Nachdenkseiten:
https://www.nachdenkseiten.de/
Beitrag aus einem Arbeitskreis in der IPPNW: Resolution „Abkehr vom Feindbild Russland – für eine neue Entspannungspolitik“
https://nie-wieder-krieg.org/2025/12/04/resolution-ippnw-aksn/
Argumentationsmaterial Militarisierung und Hochrüstung:
Initiative Gewerkschafter gegen Aufrüstung:
https://gewerkschaften-gegen-aufruestung.de/
Militarisierung des Gesundheitswesens:
https://www.ippnw.de/aktiv-werden/kampagnen/erklaerung-ziviles-gesundheitswesen.html
Netzwerk Friedenssteuer:
https://netzwerk-friedenssteuer.de/
Informationen zur Kriegsdienstverweigerung:
Situation in Palästina:
https://www.ochaopt.org/updates
https://www.sand-im-getriebe.org/media/pages/artikel/thema-israel-palastina/c2534d06de-1764842677/palastina-einige-links.pdf
https://eci.ec.europa.eu/055/public/#/screen/home
https://citizens-initiative.europa.eu/initiatives/details/2025/000005_de
Aktuelle Stellungnahmen zu Rojava, Iran, Venezuela, Grönland
Neue friedenspolitische Zusammenhänge:
Hingewiesen wurde auf einen Arbeitskreis Friedenspolitik in der GEW, in dem bereits 130 Kolleginnen und Kollegen aktiv sind. Kontakt bamamin@t-online.de